Sonderverein der Züchter seltener Zwerg-Wyandotten

Züchter aus ganz Deutschland



Berichte | Hauptsonderschau | 2013 in Großlangheim

Vom .9.-10 11.2013 führte der Weg der Züchter der seltenen Zwerg-Wyandotten zur 45. Hauptsonderschau nach Großlangheim. Die schöne geräumige, vereinseigene Halle in der Zuchtanlage bot ausreichend Platz für einen einreihigen Aufbau. Denn neben den 417 gemeldeten seltenen Zwerg-Wyandotten fand gleichzeitig die Hauptsonderschau der gesäumten Wyandotten und Zwerg-Wyandotten statt. Der Ausstellungsleitung unter der Leitung von Kerstin und Willi Habermann gebührt ein großes Lob für die Durchführung dieser Schau. Leider fehlte für das Rahmenprogramm für die Züchter und Züchterfrauen der Gemeinschaftssinn. Die Teilnahme an der Besichtigung des dortigen Reiterhofes und des Ortes unter einer extra von der Familie Habermann organisierten Führung verdiente nicht das Prädikat Gemeinschaftsveranstaltung. Hierüber wird sicher noch zu reden sein.

Während der Bewertung gab es keine Probleme. Die Zusammenarbeit aller amtierenden Preisrichter war sehr vertrauensvoll und kollegial.

Doch nun zu den ausgestellten seltenen Zwerg-Wyandotten:

22,47 blaue Zwerg-Wyandotten sind ein beachtliches Meldeergebnis. Die Bewertung war für den Sonderrichter Andre Karl keine leichte Aufgabe. Sowohl Hähne als auch Hennen waren recht ausgeglichen in der Größe. Formlich können die Blauen inzwischen mit allen Spitzenfarbenschlägen mithalten. Prima Körperlänge mit einer Steigung   bis in Kopfhöhe zeigte die Mehrzahl der Tiere. Wünsche blieben bei einigen wenigen Tieren in der Überwallung der Hähne, der Schwanzeindeckung und Standhöhe der Hennen offen. Die blaue Gefiederfarbe hat sich in den letzten Jahren sehr gut gefestigt. Die Mehrzahl der Hähne zeigte prima das geforderte samtschwarze Schmuckgefieder. Hähne mit aufgehelltem Flügeldreieck und rußigem Brustgefieder mussten deutliche Abstriche in der Bewertungsnote hinnehmen. Die Hennen zeigten in der Mehrzahl ein feines Taubenblau. Abstriche in der Punktzahl gab es bei braunem Halsgefieder und ungleichmäßiger Deckenfarbe. Die Kopfunkte und Lauffarbe gaben wenig Anlass zur Kritik. In beiden Geschlechtern stellte Gerd Gertlowski ein absolutes Spitzentier mit der Note „Vorzüglich“. Eine weitere Spitzenhenne mit der Note „Vorzüglich“ stellte Achim Westerfeld.

Der gelbe Farbenschlag präsentierte sich mit 24,45 gemeldeten Tieren. Sonderrichter Achim Schuchmann hatte hier keine leichte Aufgabe. Die Hähne könnten in der Größe einheitlicher sein. Einige 1,0 dürften im Körper gestreckter und im Abschluss voller sein. Hier ist züchterisch der Hebel anzusetzen. Auch die Kämme lassen bei einigen 1,0 noch Wünsche offen. Eine volle Kammfront mit einem ausreichend langen, der Nackenlinie folgenden Dorn bleibt das Zuchtziel. Die Hennen zeigten sich in der Größe recht einheitlich. Auch formlich sagte die Mehrzahl der 0,1 zu. Überwiegend prima gestreckte Formen mit ausreichender Steigung und Standhöhe war den meisten 0,1 zu Eigen. Die Kämme der Hennen waren recht zusagend. Farblich konnte die Mehrzahl der Hähne und Hennen gefallen. Ob das Gelb etwas heller oder dunkler ist, spielt keine Rolle. Wichtig ist die gleichmäßige Farbe. Auch sollten die Hähne in der Abschlussfeder als Farbstoffreserve etwas Kupfer zeigen. Im Abschluss sichtbarer Pfeffer drückt die Note. Ebenso ist Pfeffer in den Handschwingen nicht erwünscht. Einen feinen 1,0 mit prima breiter Feder stellte Hermann Kampers. Die Note „Vorzüglich“ war der Lohn. Die Spitzenhennen mit der Bewertungsnote „Vorzüglich“ stellten Heinrich-Wilhelm Risch und Hermann Kampers

Einen großen Fortschritt hat in den letzten Jahren der rote Farbenschlag gemacht, der mit 20,25 Tieren angetreten war. Den Bewertungsauftrag hatte Sonderrichter Heinz Marquard auszuführen. Wer hätte vor Jahren gedacht, dass die Spitzentiere dieses Farbenschlages mit den Spitzentieren der führenden Farbenschläge mithalten können. Unser verstorbene Vorsitzende Werner Schulze, der diesen Farbenschlag viele Jahre züchtete, wäre sicher stolz auf die Züchter dieses Farbenschlages. Prima Formentiere präsentierten sich in beiden Geschlechtern. Die Hähne dürften im Körper etwas zarter sein. Die Größe der Hennen stimmte bei den meisten Tieren. In beiden Geschlechtern waren Steigung und Standhöhe überwiegend in Ordnung. Die Überwallung der Hähne und die Schwanzeindeckung der Hennen könnten oft noch besser sein. Beachtlich war die feine lackreiche rote Farbe sowohl bei den Hähnen, als auch bei den Hennen. Das schwarze lackreiche Abschlussgefieder der Hähne sowie das Schwarz in den Steuerfedern der Hennen, setzen sich langsam durch. An den Hahnenkämmen ist noch züchterische Arbeit zu leisten. Die Hennenkämme konnten überzeugen. Bei den Hähnen stellten Patrick Hahn und Heinrich-Wilhelm Risch die mit 97 Punkten ausgezeichneten Spitzentiere. Eine absolute Spitzenhenne stellte Heinrich-Wilhelm Risch. Die Note „Vorzüglich“ war der verdiente Lohn.

Sonderrichter Wolfgang Roschke bewertete die 15,28 Schwarz-weißgecheckten. Das Meldeergebnis dieses Farbenschlages hätte besser sein können. Recht ausgeglichen in der Größe zeigten sich Hähne und Hennen. Formlich zeigten sich die Schwarz-weißgescheckten schon besser. Besonders die Hähne konnten gestreckter im Körper, gezogener in der Steigung und oft voller in der Unterlinie sein. Auch die Hennen dürften in der Steigung straffer und oft im Stand freier sein. In der Zeichnungsverteilung, einschließlich Halszeichnung, der Bindenführung und Treppenzeichnung sowie im Grünlack, konnte ein großer Teil der Tiere in beiden Geschlechtern gefallen. Die weiße Zeichnung soll möglichst rein und nicht zu grob sein. Formlich überzeugten die Spitzentiere von Fritz Müller (1,0) und Reinhold Busse (0,1).

Mit 21,35 gemeldeten Tieren waren die Lachsfarbigen recht ordentlich vertreten. Die Bewertung hatte Hermann Kampers übernommen. Die Hähne dürften in der Größe noch einheitlicher werden. Formlich zeigten sich Hähne und Hennen stark verbessert. Die Mehrzahl beider Geschlechter hatte eine schöne gestreckte Form, prima Steigung und Standhöhe. Im Abschluss dürften die Schwanzpartien beider Geschlechter oft voller, überwallter und eingedeckter sein. Die Kämme zeigten sich erheblich verbessert. Die Kehllappen der Hähne lassen noch Wünsche offen. Ein großer Teil der Hähne konnte farblich überzeugen. Der cremefarbene Halsbehang ohne Schaftstrich mit verdecktem Braun , ausreichend Messing auf den Decken und ein voll ausgefärbtes Flügeldreieck, sind noch nicht bei allen 1,0 vorhanden. Schwarz im Halsbehang lässt die Note „sg“ nicht zu. Die Hennen zeigten überwiegend eine feine Lachsfarbe. Die Halsbehangfarbe sollte deutlich dunkler in der Lachsfarbe als die Mantelfarbe sein. Ein gleichmäßiger weißer Saum rundet das Farbbild ab. Wenig Beanstandungen gab es hinsichtlich des Überlaufs. Bei einigen Hennen wurden ein besserer Saum sowie mehr Lachsfarbe auf den Decken gefordert. Das Spitzentier in beiden Geschlechtern mit der Note „Vorzüglich“ zeigte Joachim Schuchmann. Eine tolle Leistung!

Seitdem unser SV die Kennfarbigen betreut, sind sie aus dem Dornröschenschlaf erwacht. 20,20 sind ein beachtliches Meldeergebnis. Rene Roux hatte die Bewertung übernommen. Die Hähne der Kennfarbigen müssen noch ausgeglichener in der Größe werden. Formlich konnte die Mehrzahl der 1,0 schon gefallen. Körperlänge Steigung und Standhöhe stimmten meistens. In der Abschlussfülle könnten manche 1,0 und auch 0,1 noch etwas zulegen. Bei den Hennen dürfte das Schenkelgefieder fester und somit der Stand freier sein. Die kurzen Läufe der Kennfarbigen dürften Vergangenheit sein. Stark verbessert zeigten sich auch die Kopfpunkte. Farblich konnten etliche Tiere in beiden Geschlechtern überzeugen. Die Hähne zeigten prima die Hals- und Sattelfarbe mit dem richtigen rötlich gelben bzw. goldenen Farbton sowie die rötliche Decken-und Schulterfarbe mit der jeweils ausgeprägten Sperberung. Das dreifarbige Flügeldreieck gab keinen Anlass zur Kritik. Die gesperberte Brust der 1,0 zeigte oft noch etwas braune Farbeinlagerungen wie wir sie von den Kennsperbern kennen. Hier sind in den nächsten Jahren noch Zugeständnisse bei der Bewertung erforderlich. Die Hennenfarbe zeigte sich ebenfalls deutlich verbessert. Die gerieselte rebhuhnfarbige Grundfarbe mit dezenter Sperberung und keine starke Flockenzeichnung waren bei einer Anzahl von Hennen zu bewundern. Auch hinsichtlich der Lachsbrust der Hennen gab es deutliche Fortschritte. Auf Deckenrost und Flitterbildung ist weiterhin das Augenmerk zu richten. Vorzüglich gab es für einen sehr feinen 1,0 und einer 0,1 von Hermann Kampers.

Etwas auf der Stelle treten hinsichtlich der Quantität die Gelb-weißgesperberten. Nur 9,15 gemeldete Tiere sind reichlich wenig. Die Bewertung wurde dem Sonderrichter Rene Roux übertragen. Die Hähne und Hennen sagten hinsichtlich der gestreckten Form zu. Die Steigung der Hähne dürfte oft gezogener und die der Hennen länger sein. Bei den Hähnen stimmte die Standhöhe, während etliche 0,1 im Stand freier sein dürften. Die satt gelbe Grundfarbe mit der richtigen Sperberung war bei den meisten Tieren vorhanden. Einige 1,0 dürften noch mehr Sattelsperberung zeigen. Die braungraue Farbe im Schwanzdeckgefieder der 1,0 und in den Steuerfedern beider Geschlechter war vorhanden.Mit der Note „Vorzüglich“ wurde eine 0,1 von Klaus Pröger prämiert.

26,42 Braun-porzellanfarbige sind ein erfreuliches Meldeergebnis. Sonderrichter Helmut Tiedke hatte die nicht leichte Aufgabe der Bewertung übernommen. Die Hähne und Hennen zeigten sich recht ausgeglichen in der Größe. Formliche Wünsche bleiben bei den 1,0 noch hinsichtlich der Körperlänge und der Abschlussfülle offen. Die Hennen hatten in diesen Punkten kaum Probleme. Die Kopfpunkte, besonders bei den Hennen, waren recht zusagend. In der kastanienbraunen Grundfarbe sowie in der Zeichnungsverteilung sagten die meisten 1,0 zu. Wünsche nach korrekteren Binden, Treppenzeichnung sowie nicht helleren Schwingen wurden vermerkt. Eine völlig reine Perle ist zur Zeit kaum erreichbar. Die Hennen zeigten eine recht ordentliche Grundfarbe und eine prima Zeichnungsverteilung mit ansprechenden Binden und recht beachtlichen Tupfen und Perle. Die kastanienbraune Grundfarbe sollte allerdings keinen Pfeffer und keine Bänderung aufweisen. Hier blieben bei einigen 0,1 Wünsche offen. Die Halsfarbe beider Geschlechter darf nicht zu schwarz sein. Hier wird künftig drauf zu achten sein, denn schwarze Halsbehänge sind nicht erwünscht. Hennen von Christoph Züger, Mathias Walter und Marcel Brümmer erreichten die Note „Vorzüglich“.

Die Tore der 45. Hauptsonderschau in Großlangheim haben sich geschlossen. Das Zuchtjahr 2013 geht zu Ende und wir hoffen auf ein erfolgreiches Zuchtjahr 2014 sowie auf ein gesundes Wiedersehen auf 46. Hauptsonderschau in Üchteritz bei Katja, Christoph und Jens Züger.

Hermann Kampers