Sonderverein der Züchter seltener Zwerg-Wyandotten

Züchter aus ganz Deutschland



Berichte | Hauptsonderschau | 2014 in Weißenfels

Vom 24. – 26. Oktober 2014 führte der Weg der Züchter der seltenen Zwerg-Wyandotten nach Weißenfels in den schönen Burgenlandkreis nach Sachsen-Anhalt in die Saale-Unstrut-Region. Das Meldeergebnis von 561 seltenen Zwerg-Wyandotten ist ein bisher noch nicht erreichtes Meldeergebnis.

Dieses tolle Meldeergebnis ist auch ein Vertrauensbeweis für Katja und Jens Züger sowie für das Ausstellungsteam unter der Federführung von Frank Osterloh.
Die tollen Räumlichkeiten im renovierten E-Werk mit dem großzügigen Aufbau und der tollen Ausschmückung der Ausstellungshalle boten für Tiere und Züchter ein anspruchsvolles Ambiente. Vielen Dank an die Familie Züger und das ganze Team, wir kommen gern wieder!

Den Reigen der Ausstellungstiere eröffneten 111 (36,75) Blaue. Dieses Meldeergebnis ist einzigartig. Die formlichen und farblichen Belange der Blauen haben inzwischen einen sehr hohen Zuchtstand erreicht.
Die Größe der Hähne und auch der Hennen gaben kaum Anlass zur Kritik. Die schöne gestreckte Form mit feiner Steigung, Unterlinie und Abschluss, war fast auf breiter Ebene vorhanden.
Die Mehrzahl der Hähne zeigte ein feines Taubenblau mit feinem, samtschwarzem Schmuckgefieder. Wünsche  nach einem farblich satteren Flügeldreieck werden uns immer begleiten.
In diesem Punkt werden nie alle Hähne perfekt sein. Das bräunlich aufgehellte Schmuckgefieder wurde nur selten beanstandet.
Auch die Mehrzahl der Hennen zeigte ein feines Blau und – was sehr wichtig ist – auch eine feine dunkle Halsfarbe. Die Standardforderung nach einem ungesäumten Blau lässt sich nicht völlig umsetzen. Die Schwestern der Hähne mit samtschwarzem Schmuckgefieder werden immer etwas Saum zeigen. Hier ist bei der Bewertung das sogenannte Fingerspitzengefühl des Preisrichters gefordert. Die Kämme, Kehllappen, Augen- und Lauffarbe wussten insgesamt zu gefallen. Wenige Einträge in der Wunsch- und Mängelspalte werden uns nicht beunruhigen.

Die Bewertungsnote Vorzüglich wurde auf 2,0 und 0,1 von Gerd Gertlowski sowie auf 0,1 von Evelyn Brümmer vergeben. Desweiteren erhielten 2,0 von Gerd Gertlowski die Note HV. Die Note HV erhielten Hennen von Achim Westerfeld, Frank Beyer, Falko Harnisch und Gerd Gertlowski (zweimal).

94 (31,63) Gelbe gefielen in der Größe und auch überwiegend in der gleichmäßigen satt gelben Farbe. Formlich sagte die Mehrzahl der Tiere zu. Einigen Hähnen wünschte ich eine vollere Unterlinie und auch mehr Abschlussfülle. Stark verbessert hat sich die Federstruktur in beiden Geschlechtern. Die Hähne zeigten breite Überwallungs- und die Hennen schöne breite Steuerfedern. Die seitliche Schwanzeindeckung der Hennen kann noch verbessert werden. Nur wenige Beanstandungen gab es in der Steigungslänge beider Geschlechter. Die sehr kurze, aufgesetzt wirkende Steigung dürfte der Vergangenheit angehören.
Die Kammfronten der Hähne könnten oft noch mehr Substanz aufweisen. Auch die Kehllappen sollten oft noch geschlossener sein. Diese Punkte wollen wir mit viel Fingerspitzengefühl angehen, damit wir das Erreichte in Form und Farbe nicht aufs Spiel setzen. Ein weiteres Problem sind die seitlich drehenden Außenzehen. Sind dies genetisch verankerte oder Fütterungsprobleme? In diesem Punkt werden wir uns noch bei der nächsten Tierbesprechung austauschen.

Die Note vorzüglich erhielten Tiere von Heinrich-Wilhelm Risch (1,1), Torsten Kosbau (0,2). Mit der Note HV wurden Tiere von Thomas Rell (1,0), Torsten Kosbau (1,2), Hermann Kampers (1,1), Heinrich-Wilhelm Risch (0,1) und Achim Westerfeld (0,1) bewertet.

74 (28,46) Rote  haben sich sowohl in der Form als auch in der schönen sattroten und lackreichen Farbe stark verbessert. Die früheren Rhodeländertypen sind völlig verschwunden. In diesem Farbenschlag wurde von den Züchtern unter Anleitung des Zuchtwartes großartige Züchterarbeit geleistet. Formlich gab es bei der Mehrzahl der gezeigten Tiere in beiden Geschlechtern wenig Kritik. In der Größe müssen die 1,0 noch gleichmäßiger werden. Die satte rote Farbe und der feine mit Grünlack versehene schwarze Abschluss der Hähne können sich inzwischen sehen lassen. Auch die Hennen haben inzwischen feine breite Steuerfedern mit hohem Schwarzanteil. Die rote Untergefiederfarbe hat sich bei beiden Geschlechtern stark verbessert. Dunkle Untergefiederfarbe gibt es kaum noch. Pfeffer in den Schwingen und „Teer“ (schwarze Federn) auf den Decken sind ebenfalls die Ausnahme. Die schwarzen Federspitzen der Handschwingen sind Farbstoffreserven und kein Pfeffer.
Die Kämme und Kehllappen beider Geschlechter sind besser geworden, aber Wünsche nach volleren Kammfronten bleiben noch offen.
Die Spitzentiere stellten mit der Note vorzüglich Patrick Hahn (1,2), Lars Martin Lummer (1,1). HV-Noten gab es für einen 1,0 von Patrick Hahn und eine 0,1 von Lars Martin Lummer.

84 (29,55) Schwarz-weiß gescheckte zeigten einen hohen Zuchtstand. Die Größe bereitete sowohl bei den 1,0 als auch bei den 0,1  noch  nie Probleme. Die formlichen Belange werden ebenfalls von beiden Geschlechtern fast erfüllt. Einigen 1,0 wünschte ich noch eine vollere Unterlinie. Die Mehrzahl der ausgestellten 1,0 und 0,1 zeigte eine beachtliche Zeichnungsverteilung mit feiner Binden- und Treppenzeichnung sowie recht beachtlicher Halszeichnung. Die absetzende schwarze Halszeichnung zeigten nur wenige Tiere. Hier gab es dann zwangsläufig Punktabzüge in der Note. Das Zeichnungsweiß war überwiegend sehr sauber. Grau bzw. schwarz durchsetzte weiße Zeichnung führt zu unteren Noten.
Der vor einigen Jahren z. T. vorhandene Blaulack, besonders bei den Hähnen, ist fast verschwunden Feiner Grünlack war bei den mit sehr gut und höher bewerteten Tieren prima vorhanden. Die Kämme, Augenfarbe sowie Lauffarbe sind überwiegend recht ordentlich. Wünsche blieben allerdings bei den Kehllappen offen.
Die Spitzentiere zeigten Alois Bosl (2 x V auf 0,1 und HV auf 1,0), Frank Klemm (HV auf 1,0), Hannelore Petry (HV auf 0,1), Jens Züger (3 x HV auf 0,1).

70 (32,38) Lachsfarbige sind ein gutes Meldeergebnis. Formlich und farblich zeigten sich dem Betrachter recht ansprechende Tiere. Die Größe, besonders die der 1,0, muss einheitlicher werden. Einige formlich recht ansprechende 1,0 hatten die Größengrenze erreicht. Die farblichen Probleme der 1,0 zeigen sich besonders im Schmuckgefieder. Hals- und Sattelbehang sollten cremefarbig und nicht zu hell sein. Schwarze, schaftstrichartige Einlagerungen im Halsbehang lassen die Note sehr gut nicht zu. Die rote Deckenfarbe mit der Messingzeichnung konnte überwiegend gefallen. Die  Hähne müssen zwingend eine schwarze Brustfarbe zeigen. Auch die Aftergefiederfarbe sollte nicht zu hell werden. Viele Hennen zeigten eine feine Hals- und Lachsfarbe mit ansprechendem Saum. Hennen, die im unteren Deckenbereich weniger Lachsfarbe zeigen, müssen akzeptiert werden, denn diese 0,1 zeigen in der Regel keinen Überlauf. Wünsche bei einigen Hennen blieben in der Brustfarbe offen. Die Brustfarbe muss rahmweiß sein. Lachsfarbe im Brustbereich ist fehlerhaft und führt bei den 0,1 zu Abstrichen in der Bewertungsnote.
Nach wie vor bereiten die Kopfpunkte, besonders die Kehllappen der 1,0, noch Probleme. Wir können es uns allerdings nicht leisten, farblich feine Tiere wegen offener Kehllappen und Kammfronten stark nach unten zu stufen. Bei der Bewertung dieses schönen – und für das Auge des Betrachters sehr ansprechenden Farbenschlags – ist viel Fingerspitzengefühl gefordert.
Die Note vorzüglich wurde auf Tiere von Joachim Schuchmann (0,1), Dietmar Talke (1,1) und die Note HV auf Tiere von Joachim Schuchmann (2,2), Dietmar Talke (1,1), Heiko Schulze (0,1) sowie Mathias Winkler (0,1) vergeben.

Wann hat es jemals 69 (32,37) Kennfarbige auf einer Schau gegeben? Dieses ist sicher ein Erfolg der sorgfältigen Betreuung dieses Farbenschlages in unserem SV. Allerdings sollte weiterhin eine Bewertung mit viel Fingerspitzengefühl diesen Aufwärtstrend begleiten. Die sehr großen Hähne waren auf der HSS kaum noch vorhanden. Farblich gibt es inzwischen sehr feine Vertreter bei den 1,0. Feine rötlich gelbe Hals- und goldfarbige Sattelfarbe mit Sperberung, die rötliche Schulterfarbe mit entsprechender Sperberung ist bei etlichen 1,0 vorhanden. Der gesperberte Brust- und Bindenbereich hat sich stark verbessert. Etwas braune Einlagerungen in der gesperberten Brustfarbe der Hähne müssen noch toleriert werden. Hähne mit wenig rotgelb im Halsbehang können keine Spitzenwerte mehr erreichen.

Bei den Hennen ist eine rebhuhnfarbige Grundfarbe mit Rieselung und gleichmäßiger matter Sperberung das Zuchtziel. Die oft geforderte Flockenzeichnung ist nicht das Zuchtziel. Rost auf den Decken, der nicht zu stark ist, ist gestattet. Wir müssen darauf achten, dass die Grundfarbe nicht zu hell wird. Wir sollten hier über den Tellerrand zu den Hennen der kennfarbigen Italiener schauen. Eine Lachsbrust, ob etwas heller oder dunkler, ist zu fordern. Allerdings sind übertriebene Forderungen zurzeit noch nicht angebracht.
Hennen mit schwarzem Kopf können keine Spitzennoten mehr erzielen.
Die Kämme haben sich stark verbessert. Wünsche bleiben bei den Hähnen nach volleren Abschlüssen, zarteren Kehllappen und reinerer Brustfarbe offen.
Bei den Hennen dürften die Standhöhe, die straffere Steigung, der vollere Abschluss sowie die Rieselung in der Grundfarbe und der oft noch vorhandene Saum verbessert werden. Vorzüglich gab es für Tiere von Marcel Brümmer (1,0) und Wolfgang Bergs (0,1). Mit der Note HV wurden Tiere von Wolfgang Bergs (1,0), Lena Schulze (0,1), Heinrich Schierholz (0,1), Marcel Brümmer (0,1), Hermann Kampers (0,1) bedacht.

Wohin führt der Weg der Gelb-weiß gesperberten? Nur 14 (4,10) Tiere eines Ausstellers sind inakzeptabel. Neben formlichen Defiziten, oft tiefer Stand und kurze Steigung, durfte auch die Sperberung bei einigen Tieren beiderlei Geschlechts besser und gleichmäßiger sein. Auch sollte die Grundfarbe nicht zu dunkel (rötlich) werden. Bei diesem Farbenschlag muss unbedingt der züchterische Hebel angesetzt werden.
Die Note HV gab es für eine 0,1 von Klaus Pröger.

44 (15,29) Braun-porzellanfarbige sind vom Meldeergebnis her nicht befriedigend. Allerdings gab es qualitativ recht beachtliche Tiere in beiden Geschlechtern.
Formlich könnten einige 1,0 gestreckter im Körper und voller im Abschluss sein. Die 0,1 zeigten meistens ausreichende Körperlänge, dürften aber in der Abschlussfülle zulegen. Die Größe der ausgestellten Tiere stimmte. Die Kämme  zeigten sich verbessert. Allerdings blieben bei einigen 1,0 Wünsche nach geschlosseneren Kehllappen offen.

Die Grundfarbe, Bindenführung, Treppenzeichnung sowie Zeichnungsverteilung gefielen bei den meisten Tieren. Tiere mit Pfeffer oder Bänderung in der Grundfarbe wurden zurückgestuft. Tupfen und Perle sind eine wichtige Forderung der Porzellanfarbe. Hier dürften einige Tiere noch zulegen. Die Tupfen konnten geschlossener und die Perle oft zarter und V-förmiger sein, denn weiße Federspitzen sind noch keine Perle.
Die Halsfarbe in beiden Geschlechtern sollte nicht schwarz sein, sondern ausreichend kastanienbraune Farbe aufweisen.
Bei den Hähnen wurde jeweils ein Hahn von Mathias Walter und Christoph Züger mit der Note HV herausgestellt. In der Hennenkollektion gab es die Note V für eine 0,1 von Theo Griebeck und die Note HV für 0,1 von Christoph Züger (zweimal) und Marcel Brümmer.

Die Hauptsonderschau der seltenen Zwerg Wyandotten in Weißenfels war ein großartiger Meilenstein in unserem aktiven Sonderverein, auf den alle Beteiligten stolz sein dürfen. Freuen wir uns nun auf die 47. Hauptsonderschau bei Anita und Mathias Walter in Sohland am Rotstein.

Hermann Kampers