Sonderverein der Züchter seltener Zwerg-Wyandotten

Züchter aus ganz Deutschland



Berichte | Hauptsonderschau | 2015 in Mittelherwigsdorf

Vom 9.-11. Oktober 2015 reisten die Züchterfrauen und Züchter der seltenen Zwerg-Wyandotten bei strahlend sonnigem Herbstwetter in die wunderschöne Landschaft der Oberlausitz nach Mittelherwigsdorf. In der schönen, ausgeschmückten Turnhalle wurden sie von Anita und Matthias Walter sowie vom Ausstellungsleiter Stefan Heidrich und vielen Helferinnen und Helfer mit Kaffee und Kuchen begrüßt. Zum dritten Mal fand diese Schau gemeinsam mit der SV-Schau der Zwerg-Italiener statt.

Während der Bewertung der Tiere unternahmen die Züchterfrauen und Züchter eine Fahrt durch die Oberlausitz mit verschiedenen Besichtigungen.

Das Vertrauen in die Veranstalter wurde durch das gute Meldeergebnis von 416 seltenen Zwerg-Wyandotten deutlich gemacht.

Insgesamt war die Qualität bei allen Farbenschlägen so hoch wie seit Jahren nicht mehr.

20,43 Blaue zeigten einen sehr hohen Zuchtstand. Formlich und farblich gab es kaum Versager. Die Hähne und Hennen zeigten sich durchweg im richtigen Größenrahmen. Prima Körperlänge, Unterlinie und Steigung mit feinen, eingedeckten Abschlüssen waren fast auf breiter Basis vorhanden. Vereinzelt wurden Wünsche nach festerem Schenkelgefieder vermerkt. Die Hähne und Hennen präsentierten fast ausnahmslos ein feines taubenblaues Gefieder. Das Schmuckgefieder der Hähne zeigte sich bei allen ausgestellten 1,0 samtschwarz. Die Mantelfarbe der Hennen konnte durchweg überzeugen. Selbst die Deckenfarbe der Hennen zeigte sich bei fast allen Hennen sehr fein im richtigen Blauton. Prima dunkel war bei den meisten 0,1 die Halsfarbe. Das sonst oft aufgehellte Flügeldreieck der 1,0 war kaum vorhanden. Die Kopfpunkte und die sattgelbe Lauffarbe gaben ebenfalls kaum Anlass zur Kritik. Diese Qualität spiegelte sich natürlich in Bewertungsnoten wider. Herausgestellt wurden Tiere von Gerd Gertlowski mit 2 x V u. 2 x HV bei den 1,0 sowie 3 x HV bei den 0,1 , Achim Westerfeld 2 x V u. 2 x HV auf 0,1, Tobias Rell V auf 0,1, Marcel Brümmer HV auf 0,1.

26,42 Gelbe haben sich formlich in den letzten Jahren stark verbessert. Dieser Trend setzte sich auch in diesem Jahr fort. Hähne und Hennen zeigten eine prima Körperlänge und überwiegend eine beachtliche Steigung mit z. T. sehr feinen Abschlüssen und breiter gesunder Feder. Die Standhöhe der Hähne gab keinen Anlass zur Kritik. Bei den Hennen wurde des Öfteren der Wunsch nach festerem Schenkelgefieder und vereinzelt der Wunsch nach einer strafferen Steigung auf der Bewertungskarte vermerkt. Farblich gab es kaum Ausfälle. Sowohl Hähne als auch Hennen zeigten eine schöne gleichmäßig gelbe Mantelfarbe. Die Kämme und Kehllappen sind in den letzten Jahren ebenfalls deutlich besser geworden. Die Lauffarbe gab keinen Anlass zur Kritik. Höhere Bewertungsnoten gab es für folgende Tiere: V u. HV auf 1,0 sowie 2 x V u. HV auf 0,1 von Hermann Kampers, HV auf 1,0 u. 0,1 für Florian Adlung, HV auf 0,1 von Willi Rösener, HV auf 0,1 von Jungzüchterin Pia Bosl.

Die 18,28 Roten boten ein sehr ausgeglichenes Bild. Die Größe der Tiere in beiden Geschlechtern ist wesentlich einheitlicher geworden. Alle ausgestellten Tiere zeigten eine beachtliche Wyandottenform. Das vor Jahren eingeführte Blut der Rhodeländer ist nicht mehr zu erkennen. Gute Körperlänge, Rückenlinie mit feiner Steigung und z. T. mit beachtlichem Abschluss wurden registriert. Farblich ist das Bild sehr ausgeglichen geworden. Ein sattes, lackreiches Rot mit grünglänzenden, schwarzen Abschlussfedern bei den 1,0 und schwarz in den Steuerfedern der 0,1 sind inzwischen auf breiter Basis vorhanden. Wenige Beanstandungen gab es hinsichtlich der geforderten roten Untergefiederfarbe und den vor Jahren oft vorhandenem Pfeffer in den Handschwingen. Weiterhin beachtet werden muss die Federstruktur, die auf keinen Fall haarig werden darf. Die Kämme und Kehllappen haben sich ebenfalls verbessert. Die offenen Kammfronten, die ein Erbe der einfachkämmigen Rhodeländer waren, sind wesentlich seltener geworden. Patrick Hahn erzielte auf 1,0 die Noten V u. 2 x HV sowie auf 0,1 die Noten 2 x V u. HV.

14,24 Schwarz-weiß-gescheckte überzeugten in der Qualität. Hinsichtlich der Größe gab es in diesem Farbenschlag noch nie Probleme. Formlich haben sich die 1,0 verbessert. Die Unterlinie ist voller, die Steigung straffer und der Abschluss voller geworden. Bei den Hennen gab es in diesen Punkten auch in den letzten Jahren keine Probleme. Fast alle ausgestellten Tiere zeigten einen feinen Grünlack. Das Weiß der Zeichnung muss weiß und nicht grau sein. Hierauf wurde immer wieder durch den Zuchtwart hingewiesen. Diese Hinweise bei den jährlichen Tierbesprechungen tragen langsam ihre Früchte. Die Mehrzahl der Tiere konnte mit einem sauberen Zeichnungsweiß gefallen. Die Zeichnungsverteilung, die klar erkennbare Bindenführung sowie die zarte gleichmäßige Treppenzeichnung überzeugten bei der Mehrzahl der Tiere. Wünsche nach mehr Halszeichnung werden uns immer begleiten. Bei den Hähnen gab es die Note HV für Tiere von Stefan Suffa und Jens Züger. In der Hennenklasse stellten Stefan Suffa und Alois Bosl jeweils mit den Noten V u. HV die Spitzentiere.

Eine hohe Qualität wiesen die 22,35 Lachsfarbigen auf. Die Hähne haben sich formlich stark verbessert. Schöner freier Stand, beachtliche Körperlänge, Unterlinie und Steigung überzeugten. Allerdings müssen sie in der Größe einheitlicher werden. Bei einigen 1,0 ist die Größengrenze erreicht. Farblich sind die 1,0 deutlich besser geworden. Die cremefarbene Hals- und Sattelfarbe mit Braun im verdeckten Halsgefieder gefielen. Farbige Einlagerungen in der schwarzen Brustfarbe brachten bei der Bewertung Abstriche in der Punktzahl. Des Weiteren wurden Wünsche nach intensiver gezeichnetem Flügeldreieck vermerkt. Überzeugend war der mit V bewertete 1,0 von Dietmar Talke. Die Note HV errangen 1,0 von Jungzüchter Lukas Geisler, ZGM Schuchmann & Müller, Dietmar Talke und Jesko Münster. Formlich sehr ansprechend, mit feiner Lachsarbe im Hals- und Mantelbereich sowie feinem weißen Federsaum zeigte sich die Mehrzahl der Hennen. Die Brustfarbe hat sich gegenüber dem letzten Jahr deutlich verbessert. Der im letzten Jahr oft vorhandene starke Überlauf bei den 0,1 hat sich erheblich reduziert. So können wir mit der Lachsfarbe zufrieden sein. Folgende Hennen wurden herausgestellt: 2 x V für Heiko Schulze, V und HV für Dietmar Talke, 2 x HV für die ZGM Schuchman & Müller.

Mit 21,22 gemeldeten Kennfarbigen konnte man zufrieden sein. Die Tiere zeigten sich durchweg im richtigen Größenrahmen. Formlich haben sie sich enorm verbessert. Ausreichende Standfreiheit, Körperlänge, Unterlinie und Steigung überzeugten. Einige Tiere beiderlei Geschlechts zeigten schon einen beachtlichen Abschluss. Die Kopfpunkte sind kaum noch zu beanstanden. Raue Kämme mit grober Perlung und große, faltige Kehllappen gehören der Vergangenheit an. Wünsche bleiben bei der Abschlussfülle der Hennen offen. Das Farbbild hat sich ebenfalls sehr verbessert. Die rötlichgelbe Halsfarbe sowie die goldgelbe Sattelfarbe mit der feinen Querstreifung sind bei den Spitzenhähnen prima vorhanden. Alle 1,0 zeigten ein dreifarbiges Flügeldreieck. Die Brustsperberung ist fast sauber und zeigt kaum Brauneinlagerungen. Die Grundfarbe und Rieselung der Hennen ist bei etlichen Tieren recht ordentlich. Der Rost auf den Decken der Hennen wurde stark zurück gedrängt. Die goldfarbige Halsbehangfarbe mit feiner Querstreifung zeigten fast alle Hennen. Mit der Lachsbrust der meisten Hennen können wir ebenfalls zufrieden sein. Spitzennoten gab es bei den Hähnen für Hermann Kampers (1 x V und 2 x HV). In der Hennenkollektion wurden Hennen von Hermann Kampers mit V und 3 x HV bewertet.

Einen enormen Aufschwung haben die Gelb-weißgesperberten genommen. 15,20 gemeldete Tiere sind ein sehr gutes Meldeergebnis. Die Hähne und Hennen dürften noch einheitlicher in der Größe werden. Formlich wurden in beiden Geschlechtern feine Tiere gezeigt. Die kleineren Tiere zeigen natürlich nicht die Rückenlänge der kräftigeren Tiere. Insgesamt gab es hinsichtlich Unterlinie und Steigung wenig zu beanstanden. Farblich konnte die Kollektion in beiden Geschlechtern mit der richtigen Grundfarbe und Sperberung überzeugen. Einzelne Ausrutscher hinsichtlich Grundfarbe und Sperberung werden wir immer haben. Die Kopfpunkte sagten bei beiden Geschlechtern zu. Bei den 1,0 erzielte Hans Müth 2 x die Note HV. Nur der noch nicht ausgereifte Abschluss verhinderte die Höchstnote. Ottmar Klemm erreichte mit seinen Hennen die Bewertungsnoten V und 2 x HV. Die Note HV erhielten Hennen von Hans Müth (2 x) und von Thomas Hinz.

22, 41 Braun-porzellanfarbige sind ein beachtliche Meldeergebnis. Formlich zeigt sich dieser Farbenschlag schon seit Jahren auf hohem Niveau. Die Körperlänge, Steigung und Unterlinie wusste besonders bei den 0,1 zu gefallen. Die 1,0 könnten oft im Rücken etwas länger und in der Körperhaltung waagerechter sein. Die Kopfpunkte gaben kaum Anlass zur Kritik. In der kastanienbraunen Grundfarbe überzeugten beide Geschlechter. Nur vereinzelt wurde die Reinheit (Pfeffer) der Grundfarbe kritisiert. Der geforderte Tupfen mit der weißen, v-förmigen Perle bleibt das Zuchtziel. Etliche Tiere kommen diesem Ziel schon sehr nahe. Die Perlzeichnung zeigte sich deutlich verbessert. Grobe Perlzeichnung sah man in diesem Jahre nicht. Schwarze Halsfarbe, die man bei einigen Hennen sah, ist nicht das Zuchtziel. Diese Hennen werden dann zurückgestuft. Die Bindenführung und die zarte Treppenzeichnung sollten auch bei Jungtieren deutlich erkennbar sein. Hierin konnten die meisten Tiere auch gefallen. Den Spitzenhahn mit der Bewertungsnote V stellte Marcel Brümmer. Die mit HV bewerteten 1,0 von Joachim Kaleja und Matthias Walter standen dem Spitzenhahn kaum nach. Mit der Note V und HV wurden Hennen von Marcel Brümmer bewertet. Heinz Röhler stellte eine sehr feine mit HV bewertete 0,1.

Erstmals standen in der AOC-Klasse 2,2 Perlgraue. Sie konnten in der Form und in der perlgrauen Farbe überzeugen. 1,1 präsentierten sich mit prima Stand und Steigung sowie feinen Kopfpunkten. Die anderen 1,1 dürften im Stand freier sein. Alle vier Tiere zeigten eine sehr feine Feder. Aussteller war Heiko Schulze, der auf einen 1,0 die Bewertungsnote HV erzielen konnte.

Hermann Kampers