Sonderverein der Züchter seltener Zwerg-Wyandotten

Züchter aus ganz Deutschland



Berichte | Die Hühner auf Key West in Florida


Auf unserer Reise durch Florida führte uns unser Weg von Miami an den Everglades vorbei nach Key West. Überrascht war ich, dass ich in der Stadt Key West neben vielen Tauben auch sehr viele freilaufende Hühner sah, die niemanden gehörten und in manchen Ecken von Key West schon zur Plage geworden waren, so das auf den Terrassen der dortigen Lokale Schilder hingen „Do not feed the Roosters and Chickens“ (Tauben und Hühner nicht füttern). Die Hühner waren sehr zutraulich und die Hähne entsprachen in etwa in Form und Farbe den Unterarten Gallus Gallus Spadiceus und Gallus Gallus Jabouillei der Wildhühner (rote Kammhühner) und hatten die für diese Unterarten typischen roten Ohrscheiben. Hähne mit weißen Ohrscheiben entsprechend der Nominatform Gallus Gallus Gallus konnte ich nicht entdecken. Die Hähne hatten die für die Wildhühner typischen Hauptsicheln und die kurzen Nebensicheln. Die Hennen waren im Farbbild allerdings heller. Da man überwiegend Hähne sah, ist davon auszugehen, dass viele Hennen zurzeit brüteten.

Wie die Hühner nach Key West kamen, konnte Ich leider, trotz mancher Nachfragen, nicht erfahren. Für mich liegt allerdings die Vermutung nahe, dass die Kubaner die Hühner mit nach Key West brachten. Mit der großen Flüchtlingswelle, besonders in den Jahren ab 1980, kamen tausende Kubaner, die vor dem Castro Regime flohen, nach Key West. Die Kubaner wurden nach Miami in Flüchtlingslager gebracht und siedelten sich dort im heutigen Kubanischen Viertel an. Hier steht vor jedem Geschäft ein buntbemalter Hahn. Diese Verbundenheit zu den Hähnen lässt vermuten, dass sie aus ihrer Heimat Hühner mit nach Key West brachten, die sie dann in die Auffanglager nach Miami nicht mitnehmen konnten und dort auf Key West laufen ließen. Diese Hühner haben sich m. E. dann wieder in Richtung Wildhühner zurück entwickelt, denn nur so hatten sie langfristig eine Überlebenschance. Einige Bilder füge ich zur Information bei!

Hermann Kampers