Sonderverein der Züchter seltener Zwerg-Wyandotten

Züchter aus ganz Deutschland



Berichte | Jahresbericht des Zuchtausschussvorsitzenden 2015

Vom 9.-11. Oktober 2015 reisten die Züchterfrauen und Züchter der seltenen Zwerg-Wyandotten bei strahlend sonnigem Herbstwetter in die wunderschöne Landschaft der Oberlausitz nach Mittelherwigsdorf. Das bunte Herbstlaub im Sonnenlicht erinnerte an den Indian Summer.  In der schönen, ausgeschmückten Turnhalle wurden sie von Anita und Matthias Walter sowie vom Ausstellungsleiter Stefan Heidrich und vielen Helferinnen und Helfern mit Kaffee und Kuchen begrüßt. Zum dritten Mal fand diese Schau gemeinsam mit der SV-Schau der Zwerg-Italiener statt.

Während der Bewertung der Tiere unternahmen die Züchterfrauen und Züchter eine Fahrt durch die Oberlausitz mit verschiedenen Besichtigungen.

Das Vertrauen in die Veranstalter wurde durch das gute Meldeergebnis von 416 seltenen Zwerg-Wyandotten deutlich gemacht. Die HSS in Mittelherwigsdorf war eine tolle Sache! Unser aller Dank gilt unserem Matthias, seiner Frau Anita und den vielen Helfern. Wir kommen gerne wieder!

Insgesamt war die Qualität bei allen Farbenschlägen so hoch wie seit Jahren nicht mehr.

Vom 17.-18.10.2015 öffnete dann die 134. Deutsche Junggeflügelschau im Messegelände von Hannover ihre Tore. Das großzügige Ambiente in Hannover wird immer wieder von den Züchtern gelobt. Mit dem Meldeergebnis von 130 Seltenen in der Seniorenklasse und 24 Seltenen in der Jugendgruppe konnten wir durchaus zufrieden sein. Die vorgesehenen Preisrichter Hans Müth und Joachim Schuchmann konnten diesen Bewertungstermin nicht wahrnehmen. Somit wurden kurzfristig Heinz Marquardt und Hermann Kampers verpflichtet. Die Farbenschläge blau und gelb wurden von Hermann Kampers und die anderen Farbenschläge von Heinz Marquardt bewertet.

Der 119. Lipsia Bundesschau in Leipzig waren die 64. VDT- und die 31. Bundes-ziergeflügelschau angeschlossen. Vom 4.-6. 12.2015 fand diese Schau in der Neuen Messe statt. Der Standort und die großzügigen Messehallen der Leipziger Schau sind natürlich ideal für derartige Großschauen. Der Aufbau in Augenhöhe, die breiten Gänge und die vielen Volieren bieten dem Besucher eine beeindruckende Kulisse. Allerdings erfordern die weiten Wege in den Messehallen auch eine gute Kondition der Besucher. Fast 41.000 Meldenummern (natürlich durch die VDT–Schau überwiegend Tauben) waren schon beeindruckend. Das Meldeergebnis mit 133 (Senioren) und 12 (Jugend) Seltenen war zwar in Ordnung, aber wir hätten es doch etwas höher erwartet, denn wir hatten vom SV im Vorfeld drei Sonderrichter gemeldet. Leider wurde der vom SV als Nr.1 gemeldete Sonderrichter Andre Karl nicht verpflichtet. Auf meine Nachfrage erhielt ich leider keine befriedigende Antwort. Somit wurden die Seltenen von Rene Roux und Wolfgang  Roschke bewertet. Die Qualität der gezeigten Tiere hätte höher sein können, denn nur einmal wurde die Note Vorzüglich (V LB) auf eine 0,1 Schwarz-weiß-gescheckt von Mathias Scheffel vergeben. Die Noten HV erreichten Tiere von Klaus Dietrich auf Gelb (HV E auf 1,0 und HV LT auf 0,1); auf Rot HV E (1,0) Klaus Dietrich, HV E (0,1) Wolfgang Roschke; HV LT (0,1) Bernd Göttsch und HV BJP (1.0) Denny Dörschel in der Jugendgruppe; auf  Lachsfarbig  HV E (1,0) Bernd Noll u. HV E (0,1) Harald Hundeshagen; auf Gelb-weißgesperbert HV E (0,1) Ottmar Klemm; auf Braun-porzellanfarbig HV E u. HV LB (1,1) Marcel Woitek. Ich habe in Leipzig ebenfalls bewertet, konnte mir aber aus gesundheitlichen Gründen die Seltenen nicht näher anschauen, denn ich bin unmittelbar nach dem Bewerten nach Hause gefahren.

Letztmalig fand in Dortmund in den Westfalenhallen eine Nationale Bundessiegerschau statt. Leider fällt somit schon wieder ein traditionsreicher Standort unserer Großschauen weg. Viele Züchter wollten letztmalig in Dortmund dabei sein. So wurde auch das maximal mögliche Meldeergebnis schon frühzeitig erreicht. 20.511 Meldenummern so kurz vor Weih-nachten (18.-20.12.) auf der 97. Nationalen Bundessiegerschau sind ein ausgezeichnetes Meldeergebnis. Auch die Seltenen mit einem Meldeergebnis von 283 Tieren lagen in diesem Trend. Leider hatten wir mit so einem tollen Ergebnis nicht gerechnet und nur zwei Preisrichter (Florian Adlung u. Hermann Kampers) gemeldet. Die Ausstellungsleitung hatte unseren SR Joachim Schuchmann verpflichtet und ihn nach Rücksprache für die Seltenen eingeteilt. Es blieben aber trotzdem noch für jeden Preisrichter 94 bzw. 95 Tiere zur Bewertung übrig. Dieses war schon eine Mammutaufgabe.

20,42 Blaue auf der HSS zeigten einen sehr hohen Zuchtstand. Formlich und farblich gab es kaum Versager. Die Hähne und Hennen zeigten sich durchweg im richtigen Größenrahmen. Prima Körperlänge, Unterlinie und Steigung mit feinen, eingedeckten Abschlüssen waren fast auf breiter Basis vorhanden. Vereinzelt wurden Wünsche nach festerem Schenkelgefieder vermerkt. Die Hähne und Hennen präsentierten fast ausnahmslos ein feines taubenblaues Gefieder. Das Schmuckgefieder der Hähne zeigte sich bei allen ausgestellten 1,0 samtschwarz. Die Mantelfarbe der Hennen konnte durchweg überzeugen. Selbst die Deckenfarbe der Hennen zeigte sich bei fast allen Hennen sehr fein im richtigen Blauton. Prima dunkel war bei den meisten 0,1 die Halsfarbe. Das sonst oft aufgehellte Flügeldreieck der 1,0 war kaum vorhanden. Die Kopfpunkte und die sattgelbe Lauffarbe gaben ebenfalls kaum Anlass zur Kritik. Diese Qualität spiegelte sich natürlich in Bewertungsnoten wider. Herausgestellt wurden Tiere von Gerd Gertlowski mit 2 x V u. 2 x HV und 1 x V für Achim Westerfeld bei den 1,0 und bei den 0,1 errangen Achim Westerfeld 2 x V u. 2 x HV , Tobias Rell V, Gerd Gertlowski 3 x HV und Marcel Brümmer HV.

Das Meldeergebnis und auch die Qualität der 13 (6,7) Blauen in der Seniorenklasse und 2,4 Blauen in der Jugendgruppe auf der Deutschen Junggeflügelschau in Hannover kamen an die Tiere der HSS nicht heran. Die Hals- und Mantelfarbe der 0,1 hätte gleichmäßiger im Blauton sein können. Einen feinen 1,0 zeigte I. Mehrtens. Dieser 1,0 wurde mit der Note Vorzüglich bedacht. Eine 0,1 ebenfalls von I. Mehrtens erreichte die Note HV. In der Jugendgruppe erreichte eine o,1 von Sina Lehde die Note HV.

Mit 47 (18,29) gemeldeten Blauen auf der Bundessiegerschau in Dortmund konnten wir zufrieden sein. Der richtige Blauton trennte hier die Spreu vom Weizen. Formlich standen hier feine Vertreter in beiden Geschlechtern. Auch die richtige Größe gab kaum Anlass zur Kritik. Auf Grund der späten Jahreszeit war bei einigen Tieren, besonders bei den Hennen, der Zenit deutlich überschritten. So wurde wiederholt der Wunsch nach freierem Stand und festerem Gefieder vermerkt. Die Höchstnote erzielte Gerd Gertlowski auf 1,1 (V SB u. V BLP). Die Note HV E auf 1,0 gab es für Gerd Gertlowski, Thomas Rell und ZG Mehrtens. 0,1 von Gerd Gertlowski (2 mal) und von Franz Stinglhammer wurden mit der Note HV bewertet.

Auf der HSS zeigten sich die 27,42 Gelbe formlich stark verbessert. Dieser Trend setzte sich auch in diesem Jahr fort. Bewertet wurden die Gelben von Joachim Schuchmann. Hähne und Hennen zeigten eine prima Körperlänge und überwiegend eine beachtliche Steigung mit z. T. sehr feinen Abschlüssen und breiter gesunder Feder. Die Standhöhe der Hähne gab keinen Anlass zur Kritik. Bei den Hennen wurde des Öfteren der Wunsch nach festerem Schenkelgefieder und vereinzelt der Wunsch nach einer strafferen Steigung auf der Bewertungskarte vermerkt. Farblich gab es kaum Ausfälle. Sowohl Hähne als auch Hennen zeigten eine schöne gleichmäßig gelbe Mantelfarbe. Die Kämme und Kehllappen sind in den letzten Jahren ebenfalls deutlich besser geworden. Die Lauffarbe gab keinen Anlass zur Kritik. Höhere Bewertungsnoten gab es für folgende Tiere: V u. HV auf 1,0 sowie 2 x V u. HV auf 0,1 von Hermann Kampers, HV auf 1,0 u. 0,1 für Florian Adlung, HV auf 0,1 von Willi Rösener, HV auf 0,1 von Jungzüchterin Pia Bosl.

 In Hannover zeigten sich die 12,17 Gelben in der Seniorenklasse und die 2,6 Gelben in der Jugendgruppe in feiner Qualität und mit prima Blüte. Formlich und farblich gab es wenig Anlass zur Kritik. Der Obmann Freiberger war ebenfalls von dieser Kollektion sehr angetan, so dass ich für eine 0,1 ein zusätzliches blaues Band erhielt. Die Note vorzüglich gab es für 1,1 von Torsten Kostbau und die Noten hervorragend für Hennen von Torsten Kostbau (2 mal) und Werner Priester.

Das Meldeergebnis der Gelben in Dortmund mit 20 (9,11) in der Seniorenklasse und 8 (3,5) Tieren in der Jugendgruppe, die von Joachim Schuchmann bewertet wurden, hätte bei dem hohen Zuchtstand der Gelben besser sein müssen. Aber auch hier stimmte die Qualität. Feine Formentiere mit prima Mantelfarbe standen in den Käfigen. Andre Karl konnte auf 1,1 die Bewertung HV VZVEB und HV E erzielen. In der Jugendgruppe erreichten 1,1 Gelbe von Sina Lehde die Note HV.

Die 18,28 Roten auf der HSS boten ein sehr ausgeglichenes Bild. Die Größe der Tiere in beiden Geschlechtern ist wesentlich einheitlicher geworden. Alle ausgestellten Tiere zeigten eine beachtliche Wyandottenform. Das vor Jahren eingeführte Blut der Rhodeländer ist nicht mehr zu erkennen. Gute Körperlänge, Rückenlinie mit feiner Steigung und z. T. mit beachtlichem Abschluss wurden registriert. Farblich ist das Bild sehr ausgeglichen geworden. Ein sattes, lackreiches Rot mit grünglänzenden, schwarzen Abschlussfedern bei den 1,0 und schwarz in den Steuerfedern der 0,1 sind inzwischen auf breiter Basis vorhanden. Wenige Beanstandungen gab es hinsichtlich der geforderten roten Untergefiederfarbe und den vor Jahren oft vorhandenem Pfeffer in den Handschwingen. Weiterhin beachtet werden muss die Federstruktur, die auf keinen Fall haarig werden darf. Die Kämme und Kehllappen haben sich ebenfalls verbessert. Die offenen Kammfronten, die ein Erbe der einfachkämmigen Rhodeländer waren, sind wesentlich seltener geworden. Patrick Hahn erzielte auf 1,0 die Noten V u. 2 x HV sowie auf 0,1 die Noten 2 x V u. HV.

Auf der Deutschen Junggeflügelschau in Hannover standen 19 (8,11) Rote in der Seniorenklasse und 2,2 Rote in der Jugendgruppe in feiner Qualität. Die Form und Farbe stimmte bei den meisten Tieren. Hohe Qualitätsnoten gab für einen 1,0 von Patrick Hahn (V 97 BB) und Manfred Falke (HV 96 E). Paul Bundschuh erzielte in der Jugendgruppe die Note HV.

42 (17,25) Rote auf der Nationalen sind ein gutes Meldeergebnis. Leider fehlten hier einige Zuchten mit ihren Tieren. Die Qualität in beiden Geschlechtern war recht beachtlich. Die Hähne überzeugten mit der richtigen Größe, Farbe und mit stark verbesserten Kopfpunkten. Erfreulicherweise sind die Kammfronten wesentlich voller geworden. Die nicht leichte Aufgabe der Bewertung meisterte unser junger Preisrichter Florian Adlung mit Bravour. Heinrich-Wilhelm Risch mit den Bewertungsnoten V SB auf 0,1 und Lars-Martin Lummer mit V LVE auf 1,0.stellten die Spitzentiere. Die Note HV erreichte Heinrich-Wilhelm Risch auf Hähne 2mal. In der Hennekollektion konnten 0,1 von Heinrich-Wilhelm Risch (3mal), Frank Klemm (2mal), Lars-Martin Lummer u. Manfred Falke die Note HV erreichen.

14,24 Schwarz-weiß-gescheckte auf der HSS überzeugten in der Qualität. Hinsichtlich der Größe gab es in diesem Farbenschlag noch nie Probleme. Formlich haben sich die 1,0 verbessert. Die Unterlinie ist voller, die Steigung straffer und der Abschluss ist voller geworden. Bei den Hennen gab es in diesen Punkten auch in den letzten Jahren keine Probleme. Fast alle ausgestellten Tiere zeigten einen feinen Grünlack. Das Weiß der Zeichnung muss weiß und nicht grau sein. Hierauf wurde immer wieder durch den Zuchtwart hingewiesen. Diese Hinweise bei den jährlichen Tierbesprechungen tragen langsam ihre Früchte. Die Mehrzahl der Tiere konnte mit einem sauberen Zeichnungsweiß gefallen. Die Zeichnungsverteilung, die klar erkennbare Bindenführung sowie die zarte gleichmäßige Treppenzeichnung überzeugten bei der Mehrzahl der Tiere. Wünsche nach mehr Halszeichnung werden uns immer begleiten. Bei den Hähnen gab es die Note HV für Tiere von Stefan Suffa und Jens Züger. In der Hennenklasse  stellten Stefan Suffa und Alois Bosl jeweils mit den Noten V u. HV die Spitzentiere.

In Hannover waren leider nur 10 (4,6) Schwarz-weiß-gescheckte gemeldet. Die Kollektion konnte im Zeichnungsbild gefallen. Eine sehr feine Henne von unserem Altmeister Christoph Witteriede erhielt verdient die Bewertung HV 96 E. Christoph stellt mit seinen 90 Jahren immer noch sehr feine Tiere aus. Alle Achtung!

75 (24,51) auf der Nationalen! Wann hat es das schon gegeben. Bewertet wurde die Kollektion von Joachim Schuchmann. In der Größe hätte die Kollektion einheitlicher sein können. Ausreißer in der Größe nach oben gab es allerdings nicht. Einige Hähne und Hennen hätten etwas mehr Körperfülle und Breite vertragen können. Das Zeichnungsbild variiert natürlich bei so einer Anzahl immer etwas. Formlich feine Tiere hätten mehr Hals- und Bindenzeichnung vertragen können. Auch das Zeichnungsweiß durfte bei einigen Tieren reiner sein. Im Lack überzeugten die meisten ausgestellten Tiere. Die Spitzentiere 1,1 (VZV EB und V SB) beide von Jens Züger begeisterten mit einer fantastischen Zeichnung. Allerdings sollten sie im Körper nicht zarter werden. Mit der Note HV wurden Hennen von Jens Züger, Heinz-Werner Kache und Stefan Suffa ausgezeichnet.

Eine hohe Qualität wiesen die 22,37 Lachsfarbigen auf der HSS auf. Die Hähne haben sich formlich stark verbessert. Schöner freier Stand, beachtliche Körperlänge, Unterlinie und Steigung überzeugten. Allerdings müssen sie in der Größe einheitlicher werden. Bei einigen 1,0 ist die Größengrenze erreicht. Farblich sind die 1,0 deutlich besser geworden. Die cremefarbene Hals- und Sattelfarbe mit Braun im verdeckten Halsgefieder, gefielen. Farbige Einlagerungen in der schwarzen Brustfarbe brachten bei der Bewertung Abstriche in der Punktzahl. Desweiteren wurden Wünsche nach intensiver gezeichnetem Flügeldreieck vermerkt. Da Rene Roux  abgesagt hatte, wurden die Lachsfarbigen von Hermann Kampers und Andre Karl bewertet. Überzeugend war der mit V bewertete 1,0 von Dietmar Talke. Die Note HV errangen 1,0 von Jungzüchter Lukas Geisler, ZGM Schuchmann & Müller, Dietmar Talke und Jesko Münster. Formlich sehr ansprechend, mit feiner Lachsarbe im Hals- und Mantelbereich sowie feinem weißen Federsaum, zeigte sich die Mehrzahl der Hennen. Die Brustfarbe hat sich gegenüber dem letzten Jahr deutlich verbessert. Der im letzten Jahr oft vorhandene starke Überlauf bei den 0,1 hat sich erheblich reduziert. So können wir mit der Lachsfarbe zufrieden sein. Folgende Hennen wurden herausgestellt: 2 x V für Heiko Schulze, V und HV für Dietmar Talke, 2 x HV für die ZGM Schuchman & Müller.

30 (10,20) Lachsfarbige in Hannover sind ein sehr gutes Meldeergebnis. Formlich und auch in der Lachsfarbe sagte die Mehrzahl der Tiere zu. Hohe Bewertungsnoten erzielten Tiere von Mathias Reim (HV 96 E auf 1,0), Michael Wabbels (V 97 MB u. HV 96 E auf 0,1) sowie H. Hundeshagen (HV 96 E auf 0,1)

52 (21,31) Lachsfarbige in Dortmund sind ein tolles Meldeergebnis für eine Bundessiegerschau. Der Bewertungsauftrag wurde Florian Adlung übertragen. Die Qualität der ausgestellten Tiere kam nicht an die Qualität der Lachsfarbigen der HSS heran. Die Größe der Hähne hätte gleichmäßiger sein können. Formlich blieben bei den 1,0 ebenfalls Wünsche offen. Körperhaltung waagerechter, Unterlinie und Abschluss voller, waren hier die Wünsche hinsichtlich der Form. Edlere Kopfpunkte hätten manchem 1,0 besser zu Gesicht gestanden. Farblich konnte man mit den 1,0 einigermaßen zufrieden sein. Allerdings hätten die Hals- und Sattelbehänge oft cremefarbiger sein dürfen. Das Braun im verdeckten Halsbehang der 1,0 müsste bei einigen 1,0 ausgeprägter sein, denn es handelt sich bei den Lachsfarbigen genetisch um eine Goldweizenfarbe.  Die Hennen gefielen in der Größe und auch überwiegend in der Lachsfarbe. Allerdings ließ die Kondition der Hennen Wünsche offen. Blasse Gesichter und völlig farblose Ohrlappen können bei einem Schautier nicht gefallen. Hier gibt es dann bei der Bewertung Abstriche. Lediglich ein 1,0 von Thomas Mayer er-reichte die Bewertung HV E. Bei der Hennenkollektion sah es besser aus, denn hier konnten Hennen von Harald Hundeshagen HV VZV EB und Heiko Schulze HV E (2mal) erringen.

 Mit 21,22 auf der HSS gemeldeten Kennfarbigen konnte man zufrieden sein. Die Tiere zeigten sich durchweg im richtigen Größenrahmen. Formlich haben sie sich enorm verbessert. Ausreichende Standfreiheit, Körperlänge, Unterlinie und Steigung überzeugten. Einige Tiere beiderlei Geschlechts zeigten schon einen beachtlichen Abschluss. Die Kopfpunkte sind kaum noch zu beanstanden. Raue Kämme mit grober Perlung und große, faltige Kehllappen gehören der Vergangenheit an. Wünsche bleiben bei der Abschlussfülle der Hennen offen. Das Farbbild hat sich ebenfalls sehr verbessert. Die rötlichgelbe Halsfarbe sowie die goldgelbe Sattelfarbe mit der feinen Querstreifung sind bei den Spitzenhähnen prima vorhanden. Alle 1,0 zeigten ein dreifarbiges Flügeldreieck. Die Brustsperberung ist fast sauber und zeigt kaum Brauneinlagerungen. Die Grundfarbe und Rieselung der Hennen ist bei etlichen Tieren recht ordentlich. Der Rost auf den Decken der Hennen wurde stark zurück gedrängt. Die goldfarbige Halsbehangfarbe mit feiner Querstreifung zeigten fast alle Hennen. Mit der Lachsbrust der meisten Hennen können wir ebenfalls zufrieden sein. Spitzennoten gab es bei den Hähnen für Hermann Kampers (1 x V und 2 x HV). In der Hennenkollektion wurden Hennen von Hermann Kampers mit V und 3 x HV bewertet.

Bei den 10 (5,5) Kennfarbigen in der Seniorenklasse und 2,4 in der Jugendgruppe in Hannover gab es neben formlichen Problemen (tiefer Stand, fehlende Abschlussfülle) auch farbliche Probleme. Die Brustfarbe der Hähne zeigte z.T. reichlich viel Braun und die Hennen waren sehr hell mit wenig Rieselung. Moritz Mühlenfeld erreichte in der Jugendgruppe auf eine 0,1 die Note HV.

Ebenfalls 10 (5,5) Kennfarbige in Dortmund überzeugten weder in der Form noch in der Kennfarbe. Fehlende Körperlänge, wenig Abschlußfülle, grobe Kopfpunkte waren die wesentlichen Angriffspunkte. Sehr helle Kennfarbe, starke Brauneinlagerungen in der Brust der Hähne, tiefer Stand, wenig Rieselung in der Mantelfarbe waren die Wünsche bzw. Mängel.Die Note HV E erreichte eine 0.1 von Marcel Brümmer. Bewertet wurden die Kennfarbigen von Hermann Kampers.

Einen enormen Aufschwung haben die Gelb-weißgesperberten genommen. 14,20 gemeldete Tiere auf einer HSS sind ein sehr gutes Meldeergebnis. Die Hähne und Hennen dürften noch einheitlicher in der Größe werden. Formlich wurden in beiden Geschlechtern feine Tiere gezeigt. Die kleineren Tiere zeigen natürlich nicht die Rückenlänge der kräftigeren Tiere. Insgesamt gab es hinsichtlich Unterlinie und Steigung wenig zu beanstanden. Farblich konnte die Kollektion in beiden Geschlechtern mit der richtigen Grundfarbe und Sperberung überzeugen. Einzelne Ausrutscher hinsichtlich Grundfarbe und Sperberung werden wir immer haben. Die Kopfpunkte sagten bei beiden Geschlechtern zu. Bei den 1,0 erzielte Hans Müth 2 x die Note HV. Nur der noch nicht ausgereifte Abschluss verhinderte die Höchstnote. Ottmar Klemm erreichte mit seinen Hennen die Bewertungsnoten V und 2 x HV. Die Note HV erhielten Hennen von Hans Müth (2 x) und von Thomas Hinz.

Leider standen in Hannover nur 2,2 Gelb-weißgesperberte, die aber nahtlos an die gute Qualität auf der HSS anknüpften. Eine sehr feine 0,1 von Zuchtwart Ottmar Klemm wurde verdient mit der Note HV 96 E bedacht.

Das Meldeergebnis auf einer Nationalen mit 13 (5,8) Gelb-weiß-gesperberten, die von mir bewertet wurden, blieb hinter den Erwartungen zurück. Allerdings stimmte die Qualität! Die Hähne müssen unbedingt in der Unterlinie voller werden. Die Grundfarbe der Hähne war in Ordnung. In der Sattelsperberung gab es noch Wünsche. Die Hennen zeigten überwiegend eine feine Grundfarbe sowie eine beachtliche gleichmäßige Sperberung. V VZV EB und 2mal HV E waren die verdiente Bewertung für Hennen von Ottmar Klemm.

22,41 Braun-porzellanfarbige in Mittelherwigsdorf sind ein beachtliches Meldeergebnis. Formlich zeigt sich dieser Farbenschlag schon seit Jahren auf hohem Niveau. Die Körperlänge, Steigung und Unterlinie wusste besonders bei den 0,1 zu gefallen. Die 1,0 könnten oft im Rücken etwas länger und in der Körperhaltung waagerechter sein. Die Kopfpunkte gaben kaum Anlass zur Kritik. In der kastanienbraunen Grundfarbe überzeugten beide Geschlechter. Nur vereinzelt wurde die Reinheit (Pfeffer) der Grundfarbe kritisiert. Der geforderte Tupfen mit der weißen, v-förmigen Perle bleibt das Zuchtziel. Etliche Tiere kommen diesem Ziel schon sehr nahe. Die Perlzeichnung zeigte sich deutlich verbessert. Grobe Perlzeichnung sah man in diesem Jahr nicht. Schwarze Halsfarbe, die man bei einigen Hennen sah, ist nicht das Zuchtziel. Diese Hennen werden dann zurückgestuft. Die Bindenführung und die zarte Treppenzeichnung sollten auch bei Jungtieren deutlich erkennbar sein. Hierin konnten die meisten Tiere auch gefallen. Den Spitzenhahn mit der Bewertungsnote V stellte Marcel Brümmer. Die mit HV bewerteten 1,0 von Joachim Kaleja und Matthias Walter standen dem Spitzenhahn kaum nach. Mit der Note V und HV wurden Hennen von Marcel Brümmer bewertet. Heinz Röhler stellte eine sehr feine mit HV bewertete 0,1.

15 (7,8) Braun-porzellanfarbige in Hannover waren recht gut in der Form und in der Grundfarbe. Wünsche blieben im Zeichnungsbild offen. HV 96 KV E auf eine 0,1 von Marcel Woitek und HV 96 E auf eine 0,1 von Janek Müller erreichten die herausgestellten Tiere.

20 (8,12) Braun-porzellfarbige auf einer Nationalen sind kein überragendes Meldeergebnis. Die Hähne hatten überwiegend die richtige Grundfarbe. Wünsche gab es in der Zeichnungsverteilung, Bindenführung und Schwingenfarbe. Leider konnte kein 1,0 auf Grund formlicher Defizite (sehr aufrechte Haltung, wenig Abschlussfülle) die Note HV erreichen. Die Hennen waren formlich deutlich besser. Farbwünsche bzw. Mängel (unsaubere Grundfarbe, sehr helle Grundfarbe, fehlende Tupfen und Perle im Rückenbereich, schlechte Bindenführung, dunkle Halsfarbe) drückten die Bewertungsnote. Überzeugen konnten Hennen von Joachim Kaleja, die mit V LVE und 2mal HV E von mir bewertet wurden.

Erstmals standen in der AOC-Klasse der HSS 2,2 Perlgraue. Sie konnten in der Form und in der perlgrauen Farbe überzeugen. 1,1 präsentierten sich mit prima Stand und Steigung sowie feinen Kopfpunkten. Die anderen 1,1 dürften im Stand freier sein. Alle vier Tiere zeigten eine sehr feine Feder. Aussteller war Heiko Schulze, der auf einen 1,0 die Bewertungsnote HV erzielen konnte.

Insgesamt wurden auf den vom SV durchgeführten Sonderschauen 1000 Seltene gemeldet! Siehe beigefügte Tabelle!

 

 

Hermann Kampers

Zuchtausschussvorsitzender